CHARGING

PHILIPP NAUJOKS – CHARGING

Charging. Zyklen

Es ist nicht der Mann im Mond.
Es ist der Kreislauf, der mich bindet.
Das Wasser, an das ich glaube, weil ich es trinke.
Es kommt auch wieder, wenn es sich zurückgezogen hat.
Ich schaue das Wasser an, betrachte es langsam und nebenher verläuft die Zeit.
Sie verläuft nur scheinbar wie das Wasser.

Da stimmt was nicht.
Warum tritt mit der Ebbe nicht die Nacht und mit der Flut der Morgen ein?
Ich ziehe mich doch auch ins Bett zurück und sobald ich aufstehe, flute ich den Raum.
Irdische und kosmische Ereignisse sind tiefsitzende Anker in der menschlichen Wahrnehmung.
Immer wieder greife ich auf ihren Organisationszyklus zurück, orientiere mich daran.
Ob bei Festen, im Handel, Glauben oder Krieg.

tischbemerkung. ich glaube daß ich mich so oft betrinke weil in der regression die gestalten wiederkehren, heimaturlaub.
* *(Oswald Wiener Nachwort IN: Baudrillard „Die fatalen Strategien“)

Eine Folge meines voran-, daneben- und zwischendurchtreibens meiner Beobachtungen ist das experimentieren:
einer Spur nachgehen.
Dadurch verändert sich meine Perspektive, indem ich verknüpfe.
Das eine mit dem anderen.
In der Abgrenzung finde ich eine Regel und darin Ruhe
– ich weiß jetzt, wann die Flut kommt.
Weil ich Zeit abstecke und Raum ordne.
Im befolgen der Regeln, der Eingrenzung entsteht etwas, was sich wiederholen lässt.
Eine Rechenoperation führt die Zeiträume der Ebbe und Flut zueinander, grenzt sie ein, macht ein Erfahrungsgebiet heimatlich durch Berechnung.
ich kann damit rechnen

All das bringt mich dazu, eine Maschine zu sein.
Ich bin in ihr, wie sie in mir arbeitet.
Experimentierte der Osten bereits mit zielsicheren Verfahren, vergingen weitere 800 Jahre bis sich die Lücke durch das Kalkül minderte.
Unter dem Druck der Stille entstand der Dampf.
Wärme ging nicht mehr Zigaretten holen.
Sie blieb und schmiegte sich an.

Charging.

Florian Meckbach

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