Fade into light – LAURA ABERHAM, ISABELLE BORGES, PHILIPP NAUJOKS, SOPHIA SCHAMA
Die Werke von Laura Aberham, Isabelle Borges, Philipp Naujoks und Sophia Schama vereinen unterschiedliche Positionen zeitgenössischer abstrakter Malerei. Trotz individueller künstlerischer Ansätze verbindet sie die Auseinandersetzung mit Farbe, Raum, Material und Wahrnehmung. Ihre Arbeiten bewegen sich zwischen gestischer Dynamik, geometrischer Struktur, räumlicher Tiefe und experimentellen Verfahren. Dabei entstehen Bildwelten, die nicht konkrete Darstellungen zeigen, sondern Offenheit schaffen und den Blick auf Stimmungen, Prozesse und Assoziationen lenken. Die Ausstellung lädt dazu ein, abstrakte Malerei als vielschichtigen Erfahrungsraum zu erleben, in dem Bewegung, Struktur und individuelle Wahrnehmung miteinander in einen Dialog treten.
Laura Aberham arbeitet mit gestischer und farbintensiver abstrakter Malerei. Breite Pinselbewegungen, Farbschichten und eine starke Materialwirkung erzeugen dynamische Bildräume, in denen Bewegung und Energie im Mittelpunkt stehen. Ihre Werke wirken oft spontan und zugleich präzise komponiert.
Isabelle Borges verbindet geometrische Abstraktion mit Eindrücken aus Natur und Raumwahrnehmung. Linien, Flächen und Strukturen entstehen häufig aus beobachteten Formen der Umwelt und schaffen ein Wechselspiel zwischen Tiefe und Fläche. Ihre Bilder wirken reduziert, sind zugleich aber sehr räumlich und vielschichtig.
Philipp Naujoks verbindet klassische Maltechniken mit experimentellen Verfahren. Er arbeitet unter anderem mit Pigmenten, Tempera und selbst entwickelten Lasertechniken. Seine abstrakten Arbeiten untersuchen die Beziehung zwischen Farbe, Linie, Material und Technologie und wirken oft wie Übergänge zwischen Wissenschaft und Malerei.
Sophia Schamas Malerei, die pastos und in vielen Schichten aufgetragen ist, bewegt sich zwischen Abstraktion und räumlicher Illusion. Überlagerungen von Farbe, Linien und organischen Formen erzeugen Bilder, die gleichzeitig offen und geheimnisvoll erscheinen. Ihre Werke laden dazu ein, sie länger zu betrachten und verschiedene Ebenen zu entdecken.
WERKE
ANDREAS ZAGLER – Showroom
In ihrem Wesen, hinterfragt die Werkgruppe der Farbobjekte das Verhältnis und die
Unterscheidung eines Bildes gegenüber anderen Dingen – wo verläuft die Grenze zwischen Bild
und Abbild, zwischen Realität und Imitation. Die Bilder dieser Werkgruppe bestehen aus
mehreren übereinander geschichteten, teilweise pastos aufgetragenen, Gesten und Flächen aus
Farbe, welche nicht nur das Konkrete der Malerei, sondern auch das Gestische, das Szenische
eines Stilllebens und das Wesenhafte eines Porträts verbildlichen. Die Schichtungen des
Farbmaterials bilden dabei das physische Zeugnis seiner Entstehung und transformieren diese
selbst zum Motiv des Bildes.
In seinen meist großflächigen, oft monochromen, Bildern bindet Zagler die Zeit und die Handlung
des Hinterlassens von Spuren auf die materielle, konkrete Fläche des Bildträgers. Er hebt diese
dadurch aus der zeitlichen und räumlichen Ordnung des Schaffens, in jene des statischen
Moments eines Bildes – die wiederkehrenden Aktionen und die Zeit werden zum zentralen
Bildmotiv – das Subjektive wird durch die künstlerische Handlung in eine objektive, visuell
tastbare Form überführt.
Die monochrome Reduktion lenkt den Blick weg von einer rein ästhetischen Komposition hin zu
der reinen Materialität und deren Veränderung. Jeder von Zagler vollzogene Eingriff hinterlässt
eine Markierung, Spur, die als bleibendes Zeugnis einer vergangenen Handlung fungiert. Diese
Einschreibungen verwandeln die Bildoberfläche in ein Archiv gelebter Zeit und vergangener
Handlungen. Zagler macht sichtbar, dass Existenz untrennbar mit dem Wirken auf Materie
verbunden ist.
Für ihn versinnbildlicht dieser Vorgang die menschliche Existenz: Das kontinuierliche Hinterlassen
von Spuren in einem zeitlich begrenzten Leben. Es rückt die Frage nach dem Verbleib und der
Sichtbarkeit des Einzelnen in den Mittelpunkt der Betrachtung.
Laura Etz













